1. El Allemol [8:10]
  2. Bohzhammel [11:22]
  3. Mautzemacher [46:03]
  4. Schluri [7:14]
Frank Schüßler, who hides behind the pseudonym Hagen von Bergen, first came to my attention a year ago when he sent me his album "Jetzt" (2009). Especially his varied music, which does not really fit in a drawer (except in the electronic music), it had done to me. In 2014 he will be releasing the album "Ei Allemol". As always, the album title and the title designations are extremely unusual - here especially influenced by regional colloquial word inventions.

It all starts with the eight-minute title track, which starts with creaky sounds and then enters a rhythm reminiscent of Alan Parsons. This is followed by a drum rhythm, which sounds pretty strange at first. But as soon as a beat starts and melody lines are placed on it, the piece goes off well and offers simple but catchy melodies. Again and again, Frank interrupts this atmosphere by interweaving short passages. He also varies the sound by changing the timbres and effects without changing the melody of the piece significantly. This sound orgy is similar to the music of Eroc, who always had a good hand on his solo albums for experiments.

Like a journey through a room with glasses, bells and metal bowls, the next, eleven-minute track "Bohzhämmel" begins. Associations to music boxes, wind chimes or singing bowls made of metal are in the first tones of this piece in my wake. As it rattles, rattles and flutters through the room and then increases into a cacophony of a plethora of sounds, which then slowly dissolve after about three minutes and first harmonies become visible. The piece is very strange and only after more than six minutes, a sequencer is used, which now brings a little more harmony in the piece. Despite this variety of sounds and orderly chaos, Frank is able to produce a haunting piece of music. However, this is not a simple stuff and this has to be worked out first.

With its 46 minutes, the piece "Mautzemacher" is the centerpiece of the album. It starts again with quite idiosyncratic sounds and samples. After a few moments, you have the feeling of standing in a basement room, where a water pipe licks and drips constantly distributing their water on the bare floor. On top of that, Frank initially sets quite dark sounds and sound effects. It will be percussive from minute four. From now on, Frank layered numerous sounds on top of one another, representing a rhythmic sound garden in which the different tones and patterns patter down on the listener from all sides. So after about six minutes, rhythm and sound become hypnotic. Frank manages to develop a music that is unheard of in this form and not writable. Over the full length of 46 minutes, he does not let go of the listener from this percussive grip. This is not easy to consume.

In the concluding "Schluri", Hagen von Bergen then looks a bit more harmonious, even though the composition of the sounds is again extraordinary. He retains the rhythm, but also has in this piece a houseartigen loungy approach. This piece is then also much easier in the ear.

Anyone who would like to explore music beyond the usual forms of hearing, which is also very rhythmic and percussive, should take the new work of Hagen von Bergen with the title "Ei Allemol" to heart. It is an indescribable journey of discovery into an uncharted sound cosmos. Stephan Schelle, November 2014 Stephan Schelle, November 2014 Frank Schüßler, der sich hinter dem Pseudonym Hagen von Bergen verbirgt, war mir erstmals vor einem Jahr aufgefallen, als er mir sein Album „Jetzt“ (2009) zuschickte. Vor allem seine abwechslungsreiche Musik, die nicht wirklich in eine Schublade passen will (außer halt in die der elektronischen Musik), hatte es mir angetan. In 2014 legt er nun das Album „Ei Allemol“ nach. Wie immer sind der Albumtitel sowie die Titelbezeichnungen äußerst ungewöhnlich – hier vor allem durch regionale umgangssprachliche Wortfindungen geprägt.

Den Beginn macht das achtminütige Titelstück, das mit knarrenden Geräuschen beginnt und dann in einen Rhythmus übergeht, der an Alan Parsons erinnert. Dem schließt sich dann noch ein Schlagzeugrhythmus an, was zunächst alles zusammen recht eigenartig klingt. Doch sobald ein Beat einsetzt und Melodielinien darauf gesetzt werden, geht das Stück gut los und bietet einfache, aber eingängige Melodien. Immer wieder unterbricht Frank diese Atmosphäre in dem er kurze Passagen einflechtet. Auch variiert er den Sound, in dem er die Klangfarben und Effekte verändert, ohne dass sich die Melodie des Stückes wesentlich verändert. Diese Klangorgie ist vergleichbar mit der Musik von Eroc, der auf seinen Soloalben auch immer für Experimente ein gutes Händchen hatte.

Wie eine Reise durch einen Raum mit Gläsern, Glocken und Metallschalen so beginnt der nächste, elfminütige Track „Bohzhämmel“. Assoziationen zu Spieluhren, Windspielen oder Klangschalen aus Metall werden bei den ersten Tönen dieses Stückes bei mir wach. Da klappert, rattert und flirrt es durch den Raum und steigert sich dann in eine Kakophonie aus einer Unmenge an Klängen, die sich dann nach etwa drei Minuten langsam auflösen und erste Harmonien sichtbar werden lassen. Das Stück wirkt aber äußerst befremdlich und erst nach mehr als sechs Minuten kommt ein Sequenzer zum Einsatz, der nun ein wenig mehr Harmonie in das Stück bringt. Trotz dieser Klangvielfalt und des geordneten Chaos vermag es Frank ein eindringliches Stück Musik zu produzieren. Das ist allerdings kein einfacher Stoff und dieser muss sich erst erarbeitet werden.

Mit seinen 46 Minuten ist das Stück „Mautzemacher“ das Kernstück des Albums. Es beginnt wieder mit recht eigenwilligen Klängen und Samples. Nach einigen Momenten hat man das Gefühl in einem Kellerraum zu stehen, bei dem eine Wasserleitung leckt und stetig tropfend ihr Wasser auf dem blanken Boden verteilt. Darauf setzt Frank zunächst recht düstere Klänge und Soundeffekte. Perkussiv wird es dann ab Minute Vier. Ab jetzt schichtet Frank zahlreiche Klänge übereinander, die einen rhythmischen Klanggarten darstellen in dem von allen Seiten die unterschiedlichen Töne und Muster auf den Hörer hernieder prasseln. So nach etwa sechs Minuten werden Rhythmus und Sound hypnotisch. Frank schafft es dabei eine Musik zu entwickeln, die in dieser Form ungehört und nicht beschreibbar ist. Über die volle Länge von 46 Minuten lässt er den Hörer nicht mehr aus dieser perkussiven Umklammerung los. Das ist ebenfalls nicht ganz leicht zu konsumieren.

Im abschließenden „Schluri“ geht Hagen von Bergen dann wieder etwas harmonischer vor, auch wenn die Zusammensetzung der Klänge wieder außergewöhnlich ist. Die Rhythmik behält er bei, hat aber darüber hinaus in diesem Stück einen houseartigen, loungigen Ansatz. Dieses Stück geht dann auch wieder wesentlich leichter ins Ohr.

Wer mal wieder Musik jenseits der gewohnten Hörformen erforschen möchte, die darüber hinaus sehr rhythmisch und perkussiv ist, der sollte sich das neue Werk von Hagen von Bergen mit dem Titel „Ei Allemol“ zu Gemüte führen. Es ist eine unbeschreibliche Entdeckungsreise in einen bisher unerforschten Klangkosmos.

Stephan Schelle, November 2014